Nach einem erträglich langen Flug sind wir so gegen Mittag in Christchurch gelandet. Neuseeland hat ja wieder etwas strengere Kontrollen hier gehts noch um eingebrachte Samen in Bergschuhen, Holz das evtl. noch lebt und weiss sonst noch was alles. Die Grenzkontrolle ging dementsprechend und Raffi musste am Schluss das Skelett einer Maus abgeben (das begleitete uns seit Südafrika). Zu einem Wucherpreis doppelt so teuer wie in Australien mieteten wir ein Auto so das wir zu unserer AirBnB Wohnung fahren konnten.
Drei Tage nahmen wir uns Zeit unseren Freedom Camper auszustatten, da wir schon etwas Sehnsucht nach unseren Afrikaferien hatten beschlossen wir im Familienrat wieder mal mit einer Minimalausführung zu Reisen. Auch der Gedanke an ein Helikopterrundflug half bei der Entscheidung. Richtig eingerichtet mit System und Vorzelten kommen wir uns vor wie in einer Villa. Wenn auch beim Schlafen links und rechts immer jemand drückt.
Von Christchurch aus gings über den Arthurspass an die Westküste zum Surfen. Leider sind hier die Temperaturen nicht mehr so angenehm wie in Australien dafür gibts super Wellen. Der südliche Teil von Neuseelands Westküste ist bekannt für seine vielen Regenstunden was schon etwas lästig ist. Die schöne Landschaft mit den Regenwälder sind dafür eine Sonderklasse, man hat den Eindruck durch ein Märchenwald zu gehen, wirklich wunderschön. Ausgeschildert ist hier alles was nur ein bisschen sehenswert ist, so gibts eine Menge von kleinen Walktouren die wir täglich unter die Füsse nehmen.
Wir fuhren der Küste entlang nach Süden bis nach Te Anau, unterwegs versuchten wir möglichst viel zu Wandern oder Biken so das wir dann für unseren grossen "Milfordtrak" genügend fit sind. Bis auf Anita konnten wir dann alle unsere Ausdauer so aufbauen das wir die 53km Wanderung unter die Füsse nehmen konnten. Anita opferte sich und bewachte unsere Campervanvilla.
Ich, Malin, übernahm die Verantwortung für den Milford Track, dieses mal musste halt wieder mal alles stimmen! wie es sich rausgestellt hat ist unsere Wanderung in der regenreichsten Gegend in Neuseeland, also brauchten wir alle Regenhosen, Regenhülle für die Rucksäcke und Regenjacken . Auch unsere Schuhe mussten wir einsprayen. Hansi der wieder mal übertreiben musste sprühte seine ganze Regenjacke ein bis sie fast rann. Der erste Tag liefen wir mühelos 1 Stunde bis wir in der ersten von insgesamt 3 Hütten ankamen. Wir hatten nicht mal genug Zeit uns Betten auszusuchen schon wurden wir von einer grossen Menge Sandflies begrüsst. Die Viecher stechen wie Mücken und sind unheimlich lästig.
Am zweiten Tag mussten wir früh los und liefen so ungefähr 4-5 Stunden. Wir kamen dadurch auch schon früh in der zweiten Hütte an und gehörten dadurch auch zu den Ersten. Alle die nach uns in der Hütte eintrafen wurden verregnet. Am dritten Tag durften wir Ausschlafen da es morgens geregnet hatte aber wie die letzten zwei Tage wurden wir auch an dem Tag vom Regen bewahrt. Um 10 Uhr liefen wir los und kamen 2 Stunden später auf dem Spitz vom Berg an. Auch da hatten wir super Glück denn als wir ankamen verzog sich der Nebel und wir konnten den schönen Ausblick auf dutzende Wasserfälle und Regenwald geniessen. Wie jeden Abend gab es auch heute wieder eine Suppe mit Würsten und dann Teigwaren mit Päkchensausen und Chäs. Der letzte Tag konnten wir noch richtig geniessen mit den warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und natürlich wieder regenlos. Der Schlusspunkt Sandfliepoint entsprach der Wirklichkeit.
Als wir unseren Treck beendeten, hatten wir super Wetter, uns war klar das wir unseren abgesparten Heliflug jetzt in Angriff nehmen mussten. Dank Urs und Madlen, waren wir gut vorbereitet und wussten bei wem und welche Flugroute wir fliegen möchten. Nach einem kurzen Telefonat mit Fiordland Helikopters erhielten wir ein gutes Angebot und konnten mit zwei Hubschraubern 1.5h die herrlichen Fiorde abfliegen. Zu unserer Überraschung landeten die zwei Piloten zwei mal auf unterschiedlichen Gipfeln bei stahlblauem Himmel am Spätnachmittag. Wir alle waren hell begeistert von diesem Rundflug.
Die nächsten Tage waren nicht gross verplant wir fuhren täglich einige Kilometer die Insel ab um unsere Eindrücke noch etwas zu vertiefen, nächstes grosses Ziel war Kanufahren im Abel Tasman Park im Norden der Südinsel.
Als wir dann einige Tage später im Park ankamen war eine Schlechtwetter Periode angesagt. Uns blieb gerade noch einen Tag fürs Kanufahren. Nach dem abchecken der Möglichkeiten kam mal die Ernüchterung. Preis fast wie für ein Heliflug, Tagestouren so um die 150 SFr. pro Person sind hier üblich. Um unser Budget etwas zu schonen, opferten sich einige zugunsten für Elin und Hansruedi auf und blieben zuhause. Der Trip vom Norden des Parkes Richtung Süden zu Paddeln war schon Landschaftlich einzigartig und hat uns sehr gut gefallen.
Bei der Ankunft begann es dann ach wie vorhergesagt zu regnen und nicht zu knapp, nach 24h Dauerregen ging nichts mehr. Wir mussten unsere gebuchte Fähre zur Nordinsel erwischen. Nach lediglich 15 Min. Fahrt war Ende mit unserer Fahrt, die Strassen rings um den Camping sind überflutet. Nach Rücksprache mit Sicherheitsbeamten erfuhren wir dass mindestens 1h das Wasser ablaufen muss ansonsten ist eine Weiterfahrt nicht möglich. Unsere Zeitreserve ist eine Stunde! Nach 1:30 gings dann los, nach einem Telefon mit dem Fährbetreiber war auch klar wir können die Fähre nicht verschieben, dann halt Vollgas Richtung Fähre. Bis ca. 15 min. vor Ankunft hatten wir die verlorene Zeit schon fast wieder aufgeholt. Dann kams wie halt nur in solchen Momenten, mit Sirenengeheul im Rückspiegel. Belehrungen und Busszettel nach knapp 10 Min Weiterfahrt und dann zum Glück doch noch auf den letzten Drücker auf die Fähre.
Die Nordinsel hat landschaftlich nicht mehr so viel zu bieten wie der Süden, einige schöne Spots konnten wir aber schon noch ausmachen. Vorallem die Surfspots haben es uns angetan. Erste Fortschritte sind allmählich zu erkennen und es macht immer mehr Spass.
Langsam aber sicher sind uns die beengten Verhältnisse in unserer Campervilla doch zu eng und wir reservierten für die letzte Woche ein Ferienhaus in Whangapoua, natürlich mit Surfmöglichkeit.
Bis dahin fahren wir noch über überaschend schöne Strassen Richtung Norden. Wir besuchen noch das Vulkangebiet Rotorua. Geschmacklich eine grosse Herausforderung der Schwefelgeschmack verteilt sich im ganzen Dorf.
Im Ferienhaus angekommen geniessen wir den verschwenderischen Platz, vorallem beim Schlafen. Hier planen wir nun unsere Rückreise für den Sommer "ohne Rückflugticket keine Einreise in die USA" und versuchen uns erstmals mit dem Surfen auf einem Stand-up paddleboard, sieht leichter aus als gedacht, schon nach kurzer Zeit bricht unser Ruder was wir dann am Abend auch noch der auslaufenden Flut übergeben müssen.
In den letzten Wochen und Monaten hat sich so einiges angesammelt. Wir kauften zwei Surfbords, Fischerausrüstung Adeckblachen, Kisten, Tisch und weiss sonst noch was alles, den grössten Teil müssen wir wohl oder übel entsorgen, mal schauen was wir da alles so in den Flieger bringen. Neuseeland bleibt uns in guter Erinnerung, hier konnten wir uns sportlich mal wieder richtig austoben: Wandern, Biken, Kanufahren, Joggen und natürlich Surfen.